- GHK-Cu ist ein Kupfer-Tripeptid, das die dermale Matrix umbaut, die Kollagen- und Elastinsynthese anregt und die Hautstruktur regeneriert. Es zielt vor allem auf statische Falten, Textur und Festigkeit.
- Argireline (Acetyl-Hexapeptid-3) ist ein neuromodulierendes Peptid, das die Freisetzung von Neurotransmittern an der Muskelendplatte dämpft und so mimische Muskelkontraktionen abschwächt. Es zielt auf dynamische Ausdrucksfalten an Stirn und Augenwinkeln.
- Die Mechanismen sind komplementär, nicht konkurrierend: GHK-Cu arbeitet in der Dermis am Bindegewebe, Argireline an der neuromuskulären Signalübertragung.
- Ein Stacking beider Peptide ist grundsätzlich möglich. In der Praxis wird Argireline oft zuerst auf gereinigter Haut aufgetragen, GHK-Cu kann in einer separaten Schicht oder Routine folgen.
- Beide gelten topisch als gut verträglich, sind aber keine zugelassenen Arzneimittel. Sie ersetzen weder eine ärztliche Beratung noch eine dermatologische Behandlung.
Was unterscheidet GHK-Cu und Argireline grundlegend?
GHK-Cu und Argireline gehören beide zur Familie der kosmetischen Peptide, verfolgen aber vollkommen unterschiedliche biologische Strategien. Wer beide Namen in Seren, Cremes oder Rekonstitutionsprotokollen liest, unterstellt oft, sie seien austauschbare Anti-Aging-Wirkstoffe. Das ist ein Irrtum: Die beiden Moleküle greifen an gegensätzlichen Stellen der Hautalterung an, und genau darin liegt der Schlüssel zur richtigen Auswahl.
GHK-Cu, das Kupfer-Tripeptid-1, wurde 1973 von Loren Pickart im menschlichen Plasma entdeckt. Es besteht aus der Aminosäuresequenz Glycin-Histidin-Lysin, die ein Kupferion (Cu²⁺) komplexiert. Seine Rolle ist die eines Signalmoleküls für Gewebeumbau und Regeneration. Es spricht Fibroblasten an, moduliert die Genexpression und fördert den Aufbau einer neuen extrazellulären Matrix. GHK-Cu ist damit ein Wirkstoff der dermalen Ebene, der an Struktur, Festigkeit und Reparatur ansetzt. Eine vertiefte Betrachtung finden Sie in unserem GHK-Cu Ratgeber.
Argireline hingegen, der Markenname für Acetyl-Hexapeptid-3 (auch als Acetyl-Hexapeptid-8 bezeichnet), wurde als topisches Analogon zum Wirkprinzip von Botulinumtoxin konzipiert. Es imitiert einen Abschnitt des SNAP-25-Proteins und stört dadurch die Bildung des SNARE-Komplexes, der für die Ausschüttung von Neurotransmittern an der Muskelendplatte verantwortlich ist. Argireline zielt also nicht auf das Bindegewebe, sondern auf die neuromuskuläre Signalübertragung. Details dazu bietet unser Argireline Ratgeber.
Man kann sich den Unterschied bildlich vorstellen: GHK-Cu ist der Bauunternehmer, der das Fundament (Kollagen, Elastin, Glykosaminoglykane) erneuert. Argireline ist der Techniker, der den Motor (die Mimikmuskulatur) leiser stellt, damit sich in der Haut weniger Bewegungsspuren einprägen. Ein Motor-Techniker verbessert kein Fundament, und ein Bauunternehmer beruhigt keinen Motor. Diese Aufgabenteilung erklärt, warum die Frage selten lautet welches Peptid ist besser, sondern welches Peptid passt zu welchem Faltentyp.
Ein weiterer struktureller Unterschied liegt in der Molekülgröße. GHK-Cu ist mit rund 403,9 g/mol ein sehr kleines Tripeptid, das relativ gut in die oberen Hautschichten penetrieren kann. Argireline ist mit etwa 888,99 g/mol ein größeres Hexapeptid, dessen Hautpenetration seit Jahren Gegenstand der Diskussion ist, da große, hydrophile Peptide die Hornschicht nur begrenzt überwinden. Diese physikochemischen Eigenschaften spielen für die reale Wirksamkeit beider Peptide eine wichtige Rolle.
Wie wirkt GHK-Cu auf die dermale Matrix?
GHK-Cu wirkt in erster Linie als Signal für Gewebeumbau und Regeneration. In Zellkulturstudien stimuliert das Peptid die Fibroblasten dazu, wieder verstärkt Strukturproteine zu produzieren. Berichtet wurde eine Steigerung der Kollagensynthese um bis zu 70 Prozent in Fibroblasten-Modellen, begleitet von einer erhöhten Bildung von Elastin, Glykosaminoglykanen und Proteoglykanen. Diese Bausteine sind genau jene, deren altersbedingter Verlust die Haut dünner, schlaffer und faltiger erscheinen lässt.
Besonders bemerkenswert ist die Rolle von GHK-Cu als Genregulator. Genexpressionsanalysen deuten darauf hin, dass das Peptid die Aktivität von über 60 Genen moduliert, die an Wundheilung, Entzündungskontrolle und Gewebeaufbau beteiligt sind. GHK-Cu wirkt dabei nicht als roher Wachstumsreiz, sondern eher als Regulator, der überaktive und unteraktive Prozesse in Richtung eines jugendlicheren Expressionsmusters verschiebt. Diese Eigenschaft unterscheidet es von einfachen Reizstoffen.
Kupfer spielt in diesem Mechanismus eine doppelte Rolle. Zum einen ist Kupfer ein essenzieller Kofaktor für die Lysyloxidase, ein Enzym, das Kollagen- und Elastinfasern quervernetzt und ihnen mechanische Stabilität verleiht. Zum anderen ist Kupfer Bestandteil antioxidativer Enzyme wie der Superoxiddismutase. GHK-Cu fungiert somit auch als kontrolliertes Kupfer-Transportsystem, das dieses Spurenelement dort verfügbar macht, wo es für den Matrixaufbau gebraucht wird.
Klinisch relevant ist außerdem die wundheilungsfördernde Wirkung. In Studien wurde eine beschleunigte Epithelisierung von etwa 30 Prozent beobachtet, was auf eine verbesserte Zellmigration und Angiogenese zurückgeführt wird. Für die Kosmetik bedeutet dies, dass GHK-Cu nicht nur Falten adressiert, sondern auch Hautbild, Elastizität und Erholung nach Reizungen unterstützen kann. Wer sich generell für regenerative Peptide interessiert, findet in unserem Artikel zu Peptiden für die Haut weiteren Kontext.
Aus mechanistischer Sicht liegt die Stärke von GHK-Cu also in der Tiefe der Dermis: Es adressiert die Ursachen struktureller Alterung, nämlich den Abbau der Matrix, statt nur oberflächliche Bewegungsspuren zu kaschieren. Der Nachteil dieses Ansatzes ist Geduld: Matrixumbau ist ein biologischer Prozess über Wochen bis Monate, keine sofortige optische Korrektur. Diese Angaben stammen überwiegend aus präklinischen und Zellkulturmodellen und sind nicht mit der Evidenz eines zugelassenen Arzneimittels gleichzusetzen.
Wie entspannt Argireline die Mimikmuskulatur?
Argireline verfolgt einen fundamental anderen Ansatz, der bei der neuromuskulären Übertragung ansetzt. Damit sich ein Mimikmuskel zusammenzieht, muss an der Nervenendigung der Neurotransmitter Acetylcholin ausgeschüttet werden. Dieser Ausschüttungsvorgang benötigt einen Proteinkomplex namens SNARE-Komplex, der aus mehreren Bausteinen zusammengesetzt wird, darunter das Protein SNAP-25.
Genau hier setzt Acetyl-Hexapeptid-3 an. Seine Aminosäuresequenz ist einem Abschnitt des SNAP-25-Proteins nachempfunden. Dadurch konkurriert das Peptid mit dem natürlichen SNAP-25 um seinen Platz im SNARE-Komplex. Wird dieser Zusammenbau gestört, sinkt die Effizienz der Neurotransmitter-Ausschüttung, und der Muskel zieht sich schwächer zusammen. Das Ergebnis ist eine mildere Mimik und damit weniger tiefe Ausdrucksfalten. Dieses Prinzip ähnelt konzeptionell dem von Botulinumtoxin, allerdings deutlich schwächer, reversibel und ohne Injektion.
Wichtig ist die Einordnung der Wirkstärke. Argireline ist kein topisches Botox, auch wenn es gerne so vermarktet wird. Der Effekt ist graduell, temporär und stark von der Penetration in tiefere Hautschichten abhängig. Da das Hexapeptid relativ groß und wasserlöslich ist, überwindet nur ein Bruchteil die Hornschicht und erreicht die Muskelendplatten. Deshalb sind Formulierung, Konzentration und Trägersysteme entscheidend für die reale Wirksamkeit.
In Herstellerstudien und einigen unabhängigen Untersuchungen wurde bei zweimal täglicher Anwendung eine Reduktion der Faltentiefe von bis zu 30 Prozent über etwa 30 Tage berichtet, insbesondere im Bereich der Stirn und der Augenwinkel. Diese Zahlen stammen häufig aus kleinen Studien mit begrenzter Aussagekraft und sollten mit Zurückhaltung gelesen werden. Dennoch weisen sie in eine plausible Richtung: Argireline glättet vor allem Falten, die durch wiederholte Bewegung entstehen.
Der Vorteil dieses Mechanismus ist die relativ schnelle sichtbare Wirkung im Vergleich zu strukturellen Ansätzen. Der Nachteil ist die Begrenztheit: Argireline baut kein Kollagen auf, verbessert die Hautdichte nicht und wirkt kaum auf Falten, die bereits als tiefe Ruhefurchen im Gewebe eingeprägt sind. Es adressiert die Bewegung, nicht das Fundament. Einen weiteren Vergleich mit einem matrixaufbauenden Peptid finden Sie in unserem Artikel Matrixyl vs. Argireline.
Statische vs. dynamische Falten: Wo glänzt welches Peptid?
Um die Wahl zwischen GHK-Cu und Argireline zu treffen, muss man zunächst verstehen, dass es zwei grundlegend verschiedene Faltentypen gibt. Diese Unterscheidung ist der wichtigste praktische Leitfaden dieses Vergleichs.
Dynamische Falten (Ausdrucksfalten) entstehen durch wiederholte Muskelbewegung. Typische Beispiele sind die horizontalen Stirnfalten beim Anheben der Augenbrauen, die vertikale Zornesfalte zwischen den Brauen und die Krähenfüße an den äußeren Augenwinkeln beim Lächeln. Bei jüngerer Haut verschwinden diese Falten in Ruhe wieder, prägen sich mit den Jahren aber zunehmend ein. Hier ist Argireline der konzeptionell passende Wirkstoff, weil es die zugrunde liegende Muskelkontraktion dämpft.
Statische Falten hingegen sind auch in völliger Ruhe sichtbar. Sie resultieren aus dem Abbau von Kollagen, Elastin und Hyaluronsäure, aus UV-Schäden und aus dem allgemeinen Verlust an Hautdichte und Volumen. Dazu gehören feine Knitterfältchen, nasolabiale Vertiefungen und die generelle Erschlaffung der Gesichtskontur. Hier ist GHK-Cu die logische Wahl, weil es die dermale Matrix umbaut und die Hautstruktur von innen kräftigt.
Die folgende Tabelle fasst die Zuständigkeiten zusammen:
| Kriterium | GHK-Cu | Argireline |
|---|---|---|
| Primärer Faltentyp | Statische Falten, Textur | Dynamische Ausdrucksfalten |
| Zielstruktur | Dermale Matrix (Fibroblasten) | Neuromuskuläre Endplatte |
| Beste Gesichtszonen | Wangen, Kieferlinie, Hals, Gesamttextur | Stirn, Zornesfalte, Krähenfüße |
| Wirkmechanismus | Kollagen- und Elastinaufbau | Muskelrelaxation |
| Sichtbarer Effekt | Langsam, strukturell (Wochen bis Monate) | Schneller, oberflächenglättend (Tage bis Wochen) |
| Zusatznutzen | Wundheilung, Festigkeit, Antioxidation | Sofortige optische Glättung der Mimikzonen |
In der Praxis sind viele Gesichtsfalten Mischformen. Eine Stirnfalte kann als dynamische Falte beginnen und über Jahre zu einer teils statischen Ruhefurche werden. Genau bei solchen gemischten Falten kann die Kombination beider Mechanismen sinnvoll sein: Argireline reduziert die fortlaufende mimische Belastung, während GHK-Cu die bereits geschädigte Matrix zu regenerieren versucht.
Für die obere Gesichtshälfte mit ausgeprägter Mimik (Stirn, Glabella, Augenwinkel) neigt sich die Waage zu Argireline. Für die mittlere und untere Gesichtshälfte, für Hautdichte, Poren, Narben und den allgemeinen Hautzustand spricht mehr für GHK-Cu. Diese anatomische Aufteilung ist ein guter Ausgangspunkt für jede Routine.
Was sagt die Studienlage zu beiden Peptiden?
Bei der Bewertung der wissenschaftlichen Evidenz ist Ehrlichkeit gefragt: Beide Peptide verfügen über eine gewisse Datenbasis, aber keines erreicht das Niveau eines zugelassenen Arzneimittels mit großen, unabhängigen Phase-III-Studien. Ein Großteil der Belege stammt aus Zellkulturen, Tiermodellen oder kleinen, teils herstellerfinanzierten Humanstudien.
Für GHK-Cu ist die mechanistische Grundlage vergleichsweise robust. Die Arbeiten von Pickart und Kollegen dokumentieren über Jahrzehnte die Rolle des Peptids bei Kollagensynthese, Genregulation und Wundheilung. Die berichtete Steigerung der Kollagensynthese um bis zu 70 Prozent, die Regulation von über 60 Genen und die um rund 30 Prozent beschleunigte Epithelisierung sind in der Literatur mehrfach beschrieben. Diese Ergebnisse stammen jedoch überwiegend aus präklinischen Modellen; kontrollierte klinische Langzeitstudien am Menschen sind begrenzt. Das Interesse ist dennoch stark gewachsen: Das Suchvolumen zu GHK-Cu ist zwischen 2025 und 2026 um über 1000 Prozent gestiegen.
Für Argireline ist die klinische Datenlage direkter auf Falten ausgerichtet, aber methodisch oft schwächer. Die häufig zitierte Ausgangsstudie von Blanes-Mira und Kollegen aus dem Jahr 2002 berichtete eine Reduktion der Faltentiefe um bis zu 30 Prozent nach 30 Tagen bei einer 10-prozentigen Formulierung. Diese Studie war klein und wurde von der Industrie mitgetragen. Spätere Untersuchungen bestätigten einen moderaten Effekt, betonten aber die entscheidende Bedeutung von Penetration und Formulierung.
Ein wiederkehrender Kritikpunkt an Argireline ist die Hautpenetration. Als großes, hydrophiles Hexapeptid überwindet es die Hornschicht nur eingeschränkt, und die Muskelendplatten liegen tief. Kritiker argumentieren, dass die in Studien erzielten Effekte teils auf oberflächlicher Hydratation und temporärem Filmbildungseffekt beruhen könnten, statt auf echter neuromuskulärer Hemmung. Die Wahrheit liegt vermutlich dazwischen und hängt stark vom Produkt ab.
Für die Praxis bedeutet dies: Beide Peptide sind biologisch plausibel und in Studien mit positiven, aber begrenzten Ergebnissen belegt. Sie sind keine Wundermittel und ihre Effektstärke ist moderat. Wer den generellen Vergleich zwischen Peptiden und dem Goldstandard Retinol sucht, findet Kontext in unserem Artikel Peptide vs. Retinol. Grundsätzlich gilt, dass keiner dieser Wirkstoffe als Arzneimittel zur Behandlung von Erkrankungen zugelassen ist.
Lassen sich GHK-Cu und Argireline kombinieren?
Weil beide Peptide an verschiedenen Zielstrukturen ansetzen, ergänzen sie sich theoretisch gut. Argireline dämpft die mimische Bewegung, die neue dynamische Falten erzeugt, während GHK-Cu die bestehende Matrix regeneriert. Diese Komplementarität macht die Kombination (das sogenannte Stacking) für viele Anwender attraktiv. Allgemeine Prinzipien dazu erläutert unser Leitfaden zum Peptid-Stacking.
Es gibt jedoch eine wichtige chemische Überlegung. GHK-Cu enthält Kupfer, und Kupferionen können mit bestimmten anderen Wirkstoffen ungünstig interagieren. Insbesondere direkte Peptid- oder Vitamin-C-Kombinationen in derselben Formulierung werden manchmal kritisch gesehen, weil Kupfer als Katalysator Oxidationsprozesse beschleunigen kann. In der Praxis lässt sich dies umgehen, indem man GHK-Cu und Argireline nicht in demselben Tropfen mischt, sondern in getrennten Schichten oder zu unterschiedlichen Tageszeiten anwendet.
Für die Anwendungsreihenfolge hat sich eine einfache Logik bewährt: Dünnflüssige, wasserbasierte Wirkstoffe zuerst, dickere Texturen danach. Da Argireline typischerweise in leichten, wässrigen Seren vorliegt und seine Wirkung von der Penetration abhängt, trägt man es oft zuerst auf die gereinigte, leicht feuchte Haut auf. Nach einer kurzen Einwirkzeit kann GHK-Cu folgen, gefolgt von Feuchtigkeitscreme und morgens unbedingt Sonnenschutz.
Eine noch konservativere Strategie ist die zeitliche Trennung: Argireline morgens, GHK-Cu abends. Dieser Ansatz minimiert jede mögliche chemische Interaktion vollständig, gibt jedem Peptid seine eigene Bühne und passt gut zu einer minimalistischen Routine. Abends unterstützt GHK-Cu zudem die nächtlichen Reparaturprozesse der Haut.
Die folgende Übersicht zeigt eine mögliche kombinierte Routine:
| Schritt | Morgens | Abends |
|---|---|---|
| 1. Reinigung | Milde Reinigung | Milde Reinigung |
| 2. Aktives Peptid | Argireline-Serum | GHK-Cu-Serum |
| 3. Einwirkzeit | 2 bis 5 Minuten | 2 bis 5 Minuten |
| 4. Pflege | Feuchtigkeitscreme | Reichhaltige Nachtpflege |
| 5. Schutz | Breitband-Sonnenschutz | abends nicht erforderlich |
Unabhängig von der gewählten Reihenfolge gilt: Neue Wirkstoffe sollten schrittweise eingeführt werden, idealerweise einzeln, um die Verträglichkeit zu beobachten. Wer beide Peptide gleichzeitig neu startet, kann eine Reaktion nicht eindeutig zuordnen.
Wie verträglich sind beide Peptide?
Beide Peptide gelten in der topischen Anwendung als allgemein gut verträglich, was einer der Gründe für ihre Beliebtheit in der Kosmetik ist. Anders als starke Retinoide oder hochkonzentrierte Säuren verursachen sie in üblichen Konzentrationen selten ausgeprägte Reizungen. Dennoch ist keine Substanz vollständig frei von möglichen Reaktionen, und pauschale Aussagen wie ohne jede Nebenwirkung sind unseriös.
Bei GHK-Cu ist die häufigste Beobachtung eine milde vorübergehende Rötung oder ein leichtes Spannungsgefühl zu Beginn der Anwendung. Wegen des Kupfergehalts kann bei sehr empfindlicher Haut selten eine Reizung auftreten. Menschen mit einer bekannten Kupferstoffwechselstörung wie Morbus Wilson sollten kupferhaltige Produkte grundsätzlich meiden und ärztlichen Rat einholen. Da GHK-Cu die Durchblutung und Zellaktivität anregt, empfiehlt sich ein einschleichender Beginn.
Bei Argireline stehen mögliche milde Reizungen oder ein leichtes Trockenheitsgefühl im Vordergrund, meist bedingt durch die Formulierung und nicht durch das Peptid selbst. Da der Wirkmechanismus die Muskelaktivität lokal dämpft, sorgen sich manche Anwender vor einem starren Gesichtsausdruck. Angesichts der begrenzten Penetration und der schwachen Wirkstärke ist dieses Risiko bei kosmetischer Anwendung sehr gering, das Peptid ist weit von der Potenz einer Injektion entfernt.
Für beide Wirkstoffe gilt der Standard jeder neuen Hautpflege: ein Patch-Test in der Ellenbeuge oder am Kieferwinkel vor der ersten großflächigen Anwendung, Vorsicht bei aktiver Akne, Rosazea oder geschädigter Hautbarriere und die Vermeidung des direkten Augenkontakts. In der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei bekannten Hauterkrankungen sollte vor der Anwendung ärztlicher oder dermatologischer Rat eingeholt werden.
Ein wichtiger rechtlicher und gesundheitlicher Hinweis: Weder GHK-Cu noch Argireline sind als Arzneimittel zur Behandlung von Erkrankungen zugelassen. In der EU werden sie als kosmetische Inhaltsstoffe eingesetzt; als reine Forschungspeptide gilt vielerorts der Status nur zu Forschungszwecken. Dieser Artikel dient ausschließlich Bildungszwecken und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Weitere Hinweise finden Sie in unserem medizinischen Haftungsausschluss.
Welches Peptid sollten Sie nach Faltentyp wählen?
Die Entscheidung zwischen GHK-Cu und Argireline lässt sich auf eine einfache Frage reduzieren: Welchen Faltentyp und welches Hautziel möchten Sie primär adressieren? Beide Peptide sind gut, aber für unterschiedliche Aufgaben. Wer das falsche Peptid für sein Problem wählt, wird enttäuscht, obwohl das Produkt an sich funktioniert.
Wählen Sie Argireline, wenn Ihre Hauptsorge dynamische Ausdrucksfalten sind: horizontale Stirnfalten, die vertikale Zornesfalte oder Krähenfüße, die vor allem beim Sprechen, Lächeln oder Stirnrunzeln sichtbar werden. Argireline ist auch die passendere Wahl, wenn Sie eine relativ schnell sichtbare, oberflächliche Glättung der oberen Gesichtshälfte wünschen und keine Injektionen bevorzugen. Es ist ein gezielter Wirkstoff für Bewegungsfalten.
Wählen Sie GHK-Cu, wenn Ihre Hauptsorge statische Alterung und Hautqualität ist: nachlassende Festigkeit, feine Knitterfältchen, ungleichmäßige Textur, erweiterte Poren, Narben oder ein müder, dünner Hautzustand. GHK-Cu ist der Wirkstoff für alle, die an der strukturellen Basis der Haut arbeiten und regenerative sowie festigende Effekte über Wochen und Monate aufbauen wollen. Es ist ein Aufbauwirkstoff, kein Schnellglätter.
Für viele Menschen mit gemischtem Faltenbild ist die sinnvollste Antwort nicht entweder-oder, sondern eine durchdachte Kombination. Argireline hält die dynamische Belastung der Mimikzonen in Schach, während GHK-Cu die Hautdichte im gesamten Gesicht verbessert. Diese Strategie deckt beide Ursachen der Faltenbildung ab, verlangt aber Disziplin bei Reihenfolge und Verträglichkeit, wie im Abschnitt zum Stacking beschrieben. Wer die Grundlagen kosmetischer Peptide vertiefen möchte, findet sie in unserem Überblick Peptide für die Haut.
Realistische Erwartungen sind der Schlüssel zur Zufriedenheit. Weder GHK-Cu noch Argireline ersetzt professionelle dermatologische Verfahren, konsequenten Sonnenschutz oder eine gesunde Lebensweise, die den größten Einfluss auf die Hautalterung haben. Peptide sind ein sinnvoller, evidenzbasierter Baustein, aber ein Baustein unter mehreren. Ziehen Sie bei individuellen Anliegen, bestehenden Hauterkrankungen oder Unsicherheiten stets eine dermatologische oder ärztliche Fachperson zu Rate, bevor Sie ein neues Regime beginnen.
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Häufig gestellte Fragen
Kann ich GHK-Cu und Argireline am selben Tag verwenden?
Ist Argireline wirklich vergleichbar mit Botox?
Welches Peptid wirkt schneller?
Kann GHK-Cu wegen des Kupfers Nebenwirkungen verursachen?
Sind GHK-Cu und Argireline als Arzneimittel zugelassen?
Welches Peptid sollte ich bei tiefen Stirnfalten wählen?
Quellen
- Pickart L, Margolina A (2018). Regenerative and Protective Actions of the GHK-Cu Peptide in the Light of the New Gene Data. International Journal of Molecular Sciences.
- Blanes-Mira C, Clemente J, Jodas G, et al. (2002). A synthetic hexapeptide (Argireline) with antiwrinkle activity. International Journal of Cosmetic Science.
- Pickart L, Vasquez-Soltero JM, Margolina A (2015). GHK Peptide as a Natural Modulator of Multiple Cellular Pathways in Skin Regeneration. BioMed Research International.
- Gorouhi F, Maibach HI (2009). Role of topical peptides in preventing or treating aged skin. International Journal of Cosmetic Science.
- Pickart L (2008). The human tri-peptide GHK and tissue remodeling. Journal of Biomaterials Science, Polymer Edition.
- Wang Y, Wang M, Xiao S, et al. (2013). The anti-wrinkle efficacy of argireline, a synthetic hexapeptide, in Chinese subjects. American Journal of Clinical Dermatology.