- Die Sèche (Definitionsphase) zielt nicht nur auf Gewichtsverlust ab, sondern auf einen möglichst hohen Verlust an Körperfett bei gleichzeitigem Erhalt der Muskelmasse.
- GLP-1-Agonisten wie Semaglutid sind zur Gewichtsregulierung zugelassen und senken den Appetit stark; ohne ausreichend Protein und Krafttraining droht jedoch ein erheblicher Verlust an fettfreier Masse.
- Peptide wie CJC-1295, Ipamorelin und Tesamorelin stimulieren die körpereigene Ausschüttung von Wachstumshormon und werden in Fachkreisen mit Lipolyse und Muskelschutz in Verbindung gebracht — die meisten davon sind jedoch nicht für den menschlichen Gebrauch zugelassen.
- AOD-9604 ist ein Fragment des Wachstumshormons; überzeugende klinische Belege für einen Fettabbau beim Menschen fehlen bislang.
- Kein Peptid ersetzt ein Kaloriendefizit, ausreichend Protein, Krafttraining und Schlaf — Peptide sind allenfalls ein möglicher Zusatz, kein Fundament.
- Der rechtliche Status und die Sicherheit variieren stark; eine ärztliche Beratung vor jedem Einsatz ist unerlässlich.
Was bedeutet die Sèche und wie unterscheidet sie sich vom klassischen Gewichtsverlust?
Der Begriff Sèche (im Deutschen meist als Definitionsphase oder Cutting bezeichnet) stammt aus dem Kraftsport und beschreibt eine Phase, in der gezielt Körperfett reduziert wird, während die zuvor aufgebaute Muskelmasse so weit wie möglich erhalten bleibt. Das Ziel ist ein sichtbar definierter, straffer Körper — nicht einfach eine niedrigere Zahl auf der Waage. Genau hier liegt der entscheidende Unterschied zum klassischen Gewichtsverlust.
Beim herkömmlichen Abnehmen zählt in erster Linie das Gesamtgewicht. Ob dieser Verlust aus Fett, Wasser oder Muskulatur besteht, spielt für viele zunächst eine untergeordnete Rolle. In der Definitionsphase hingegen ist die Körperzusammensetzung die zentrale Messgröße: Ein Athlet, der drei Kilogramm Fett verliert und dabei seine Muskelmasse hält, gilt als erfolgreich — selbst wenn die Waage sich kaum bewegt.
Physiologisch betrachtet befindet sich der Körper während der Sèche in einem Kaloriendefizit. Dieses Defizit signalisiert dem Organismus einen Energiemangel, woraufhin er sowohl auf Fettreserven als auch — unerwünschterweise — auf Muskelprotein zurückgreifen kann. Die gesamte Strategie einer gelungenen Definitionsphase besteht darin, den Körper so zu steuern, dass er bevorzugt Fett und nicht Muskulatur als Energiequelle nutzt.
In diesem Kontext werden zunehmend Peptide diskutiert. Sie sollen entweder den Appetit regulieren, die Fettverbrennung (Lipolyse) anregen oder über die Wachstumshormonachse den Muskelerhalt begünstigen. Wichtig ist von Anfang an die realistische Einordnung: Peptide sind kein Ersatz für die Grundpfeiler Ernährung, Training und Regeneration. Wenn Sie mit den Grundlagen nicht vertraut sind, lohnt sich zunächst ein Blick auf unseren Beitrag Was ist ein Peptid?.
Dieser Leitfaden dient ausschließlich Bildungszwecken. Er stellt keine medizinische Beratung dar. Viele der hier besprochenen Substanzen sind nicht für den menschlichen Gebrauch zugelassen. Konsultieren Sie vor jeder Anwendung eine medizinische Fachperson.
Warum ist der Erhalt der Muskelmasse während der Definitionsphase entscheidend?
Der Erhalt der fettfreien Masse ist während einer Diät weit mehr als eine ästhetische Frage. Muskelgewebe ist metabolisch aktiv und trägt maßgeblich zum Grundumsatz bei. Wer während einer Diät viel Muskulatur verliert, senkt seinen Energieverbrauch und erschwert damit sowohl den weiteren Fettabbau als auch das anschließende Halten des Gewichts.
Studien zur Gewichtsreduktion zeigen, dass bei einem klassischen Kaloriendefizit ohne begleitendes Krafttraining ein erheblicher Anteil des verlorenen Gewichts — je nach Ausgangslage bis zu einem Viertel oder mehr — aus fettfreier Masse bestehen kann. Diese Beobachtung gilt auch für moderne Ansätze der medikamentösen Gewichtsregulierung: Der rasche Gewichtsverlust unter GLP-1-Agonisten geht in Untersuchungen mit einem messbaren Verlust an Magermasse einher, wenn nicht gezielt gegengesteuert wird.
Aus dieser Erkenntnis leiten sich die wichtigsten Schutzmaßnahmen ab: eine ausreichend hohe Proteinzufuhr, konsequentes Krafttraining mit erhaltenem Trainingsvolumen, ein moderates statt aggressives Kaloriendefizit sowie ausreichend Schlaf. Diese Faktoren wirken deutlich stärker als jedes Peptid und bilden das Fundament, auf dem eine mögliche Ergänzung überhaupt erst sinnvoll wird.
Peptide werden in diesem Zusammenhang aus zwei Richtungen betrachtet. Zum einen sollen appetitregulierende Substanzen das Einhalten des Defizits erleichtern. Zum anderen wird bestimmten Wachstumshormon-freisetzenden Peptiden ein Beitrag zum anti-katabolen Milieu zugeschrieben — also einem hormonellen Umfeld, das den Muskelabbau bremst. Die Beweislage hierfür ist beim Menschen jedoch begrenzt und stammt teils aus speziellen Patientengruppen.
Wer mehrere Substanzen kombinieren möchte, sollte sich zuvor mit den Prinzipien des kombinierten Einsatzes vertraut machen. Unser Artikel zum Peptide-Stacking erläutert, worauf es bei durchdachten Kombinationen ankommt und welche Fehler häufig gemacht werden.
Welche Rolle spielen GLP-1-Agonisten wie Semaglutid beim Cutting?
GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid und Tirzepatid sind die derzeit am besten untersuchten Peptide zur Gewichtsregulierung. Semaglutid ist als Wegovy zur Behandlung von Adipositas und als Ozempic zur Behandlung von Typ-2-Diabetes zugelassen. In klinischen Studien (STEP-Programm) führte Semaglutid zu einem durchschnittlichen Gewichtsverlust von rund 15 bis 17 Prozent des Körpergewichts; Tirzepatid erreichte in den SURMOUNT-Studien sogar Werte um 20 Prozent. Grundlegende Informationen finden Sie in unserem GLP-1-Leitfaden.
Der Wirkmechanismus beruht vor allem auf einer Appetitregulation: GLP-1 verlangsamt die Magenentleerung, wirkt auf Sättigungszentren im Gehirn und reduziert so die aufgenommene Kalorienmenge. Für die Definitionsphase bedeutet das einen praktischen Vorteil, denn das Einhalten eines Kaloriendefizits — der schwierigste Teil jeder Diät — fällt vielen Anwendern deutlich leichter.
Genau hier liegt jedoch auch die zentrale Herausforderung für Athleten. Der Gewichtsverlust unter GLP-1-Agonisten ist ausgeprägt, aber nicht automatisch selektiv: Ohne ausreichend Protein und Krafttraining kann ein beträchtlicher Anteil des Verlusts aus Muskelmasse bestehen. Zudem kann der stark gedämpfte Appetit das Erreichen der notwendigen Proteinzufuhr erschweren — ein Zielkonflikt, der bewusst gemanagt werden muss.
Für eine Sèche im sportlichen Sinne ist Semaglutid daher ein zweischneidiges Werkzeug. Es kann das Defizit erleichtern, verlangt aber eine besonders disziplinierte Ernährungsplanung mit Priorität auf Protein sowie ein unvermindertes Krafttraining. Häufige Nebenwirkungen sind Übelkeit, Verstopfung und andere gastrointestinale Beschwerden, insbesondere zu Beginn und beim Aufdosieren.
Wichtiger Hinweis: Semaglutid ist ein verschreibungspflichtiges Medikament. Die Anwendung sollte ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht und mit einem zugelassenen Präparat erfolgen. Produkte, die als „nur für Forschungszwecke" vertrieben werden, sind nicht für die Anwendung am Menschen gedacht. Weitere Hinweise finden Sie in unserem medizinischen Haftungsausschluss.
Was ist AOD-9604 und kann es die Fettverbrennung unterstützen?
AOD-9604 (Advanced Obesity Drug 9604) ist ein synthetisches Fragment des menschlichen Wachstumshormons. Es entspricht der Region der Aminosäuren 176 bis 191 des GH-Moleküls, also dem sogenannten C-terminalen Fragment, ergänzt um ein zusätzliches Tyrosin. Die Idee hinter diesem Fragment: Man wollte den fettabbauenden (lipolytischen) Teil des Wachstumshormons isolieren, ohne dessen Wirkungen auf Wachstum und Blutzucker.
In präklinischen Untersuchungen — überwiegend an Zellkulturen und Nagetiermodellen — zeigte AOD-9604 eine Anregung der Lipolyse und eine Hemmung der Fettneubildung (Lipogenese), ohne den insulinähnlichen Wachstumsfaktor IGF-1 nennenswert zu beeinflussen. Diese Ergebnisse machten das Fragment zu einem attraktiven Kandidaten für die Adipositasforschung und nährten die Erwartung eines „nebenwirkungsarmen" Fettverbrenners.
Beim Menschen konnten diese Hoffnungen bislang jedoch nicht überzeugend bestätigt werden. In klinischen Studien zur Gewichtsreduktion erreichte AOD-9604 keine statistisch überzeugende Überlegenheit gegenüber Placebo bei den primären Endpunkten. Die Substanz erhielt in einigen Ländern zwar einen bestimmten regulatorischen Status als Nahrungsergänzungszutat, ist aber nicht als Arzneimittel zur Gewichtsreduktion zugelassen.
Für die Definitionsphase bedeutet das eine nüchterne Einordnung: AOD-9604 wird in der Community häufig als sanfter, GH-basierter Fettabbau-Helfer beworben, doch die verfügbare Evidenz beim Menschen rechtfertigt diese Erwartungen nicht. Wer AOD-9604 in Betracht zieht, sollte sich bewusst sein, dass es sich weitgehend um eine Forschungssubstanz mit dünner klinischer Datenlage handelt.
Aus wissenschaftlicher Sicht gehört AOD-9604 daher eher in die Kategorie „vielversprechende Präklinik, unbestätigte Praxis". Als tragende Säule einer Sèche taugt es nicht; allenfalls als experimenteller Zusatz für informierte Anwender, die die begrenzte Beleglage akzeptieren und ärztlichen Rat einholen.
Wie unterstützen CJC-1295 und Ipamorelin den Erhalt des Wachstumshormonspiegels?
Die Kombination aus CJC-1295 und Ipamorelin ist eines der bekanntesten Peptid-Stacks im Kontext von Körperkomposition und Regeneration. Beide Substanzen wirken auf die Wachstumshormonachse, allerdings über unterschiedliche Wege, was ihre Kombination in der Theorie synergistisch macht. Detaillierte Informationen bietet unser CJC-1295-Leitfaden.
CJC-1295 ist ein Analogon des Wachstumshormon-freisetzenden Hormons (GHRH). Es regt die Hirnanhangsdrüse an, mehr Wachstumshormon auszuschütten, und verlängert die Halbwertszeit dieses Signals. In einer klinischen Untersuchung führte CJC-1295 zu einem anhaltenden Anstieg der GH- und IGF-1-Spiegel über mehrere Tage. Ipamorelin hingegen ist ein selektives Ghrelin-Mimetikum (Wachstumshormon-Sekretagogum), das die GH-Freisetzung auslöst, ohne nennenswert Cortisol oder Prolaktin zu erhöhen — ein Grund für seinen Ruf als besonders „sauberes" Peptid.
Der theoretische Nutzen für die Definitionsphase liegt in den bekannten Effekten von Wachstumshormon: eine Förderung der Lipolyse sowie ein potenziell muskelschützendes, anti-kataboles Milieu. Da beide Peptide die körpereigene, pulsatile GH-Ausschüttung anstoßen statt exogenes Hormon zuzuführen, gilt dieser Ansatz in der Community als physiologischer als die direkte Gabe von synthetischem Wachstumshormon.
Die wissenschaftliche Einordnung erfordert allerdings Zurückhaltung. Die vorhandenen Studien belegen vor allem den Anstieg von GH und IGF-1; robuste, kontrollierte Belege für eine relevante Verbesserung der Körperzusammensetzung bei gesunden, trainierenden Erwachsenen fehlen weitgehend. Ein erhöhter GH-Spiegel übersetzt sich nicht zwangsläufig in messbar mehr Fettabbau oder Muskelerhalt.
Zu beachten ist außerdem der regulatorische Rahmen: CJC-1295 und Ipamorelin sind nicht für den menschlichen Gebrauch zugelassen und werden meist als Forschungschemikalien vertrieben. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) führt Wachstumshormon-Sekretagoga zudem als verbotene Substanzen (Kategorie S2). Für Wettkampfsportler kommt ihr Einsatz somit nicht in Frage.
Welche Wirkung hat Tesamorelin auf viszerales Fett?
Tesamorelin nimmt unter den hier besprochenen Peptiden eine Sonderstellung ein, weil es tatsächlich über eine arzneimittelrechtliche Zulassung verfügt — wenn auch für eine sehr spezifische Indikation. Es handelt sich um ein stabilisiertes Analogon des Wachstumshormon-freisetzenden Hormons (GHRH), das die körpereigene GH-Produktion anregt.
Zugelassen ist Tesamorelin in den USA zur Reduktion von überschüssigem viszeralem Bauchfett bei HIV-Patienten mit Lipodystrophie. In den zulassungsrelevanten Studien reduzierte Tesamorelin das viszerale Fettgewebe — also das tief im Bauchraum um die Organe gelagerte Fett — signifikant im Vergleich zu Placebo, bei gleichzeitigem Anstieg von IGF-1. Gerade das viszerale Fett gilt als besonders stoffwechselaktiv und gesundheitlich relevant.
Für die Sèche macht dieser Effekt Tesamorelin theoretisch interessant, denn viszerales Fett ist häufig hartnäckig und trägt zum „aufgeblähten" Erscheinungsbild des Bauchs bei. Wer bereits schlank ist, aber eine Betonung des Bauchbereichs beobachtet, könnte den Mechanismus attraktiv finden. Entscheidend ist jedoch die ehrliche Einordnung: Die Evidenz stammt aus einer klinisch definierten Patientengruppe und lässt sich nicht ohne Weiteres auf gesunde, bereits trainierte Athleten übertragen.
Zu den möglichen Nebenwirkungen zählen Gelenkschmerzen, Flüssigkeitsretention, Muskelschmerzen und Auswirkungen auf die Glukosetoleranz — allesamt bekannte Folgen einer erhöhten GH-Aktivität. Wie bei allen GH-freisetzenden Peptiden ist auch bei Tesamorelin ein Einfluss auf den Blutzuckerstoffwechsel möglich und sollte überwacht werden.
Insgesamt ist Tesamorelin das am besten belegte GHRH-Analogon dieser Liste, jedoch mit einer eng gefassten Zulassung. Außerhalb der zugelassenen Indikation gilt der Einsatz als „off-label" beziehungsweise experimentell und erfordert zwingend ärztliche Begleitung.
Wie sehen konkrete Protokolle und Stacks für die Sèche-Phase aus?
Vorab ein deutlicher Hinweis: Die folgenden Angaben spiegeln Protokolle wider, wie sie in der Fachliteratur und der Anwendercommunity diskutiert werden. Sie stellen keine Dosierungsempfehlung dar. Viele der genannten Substanzen sind nicht für den menschlichen Gebrauch zugelassen, und individuelle Dosierungen dürfen ausschließlich von einer medizinischen Fachperson festgelegt werden.
Ein häufig beschriebenes Prinzip ist die Trennung nach Wirkziel: appetitregulierende Peptide (GLP-1-Agonisten) auf der einen Seite und GH-freisetzende Peptide (CJC-1295, Ipamorelin, Tesamorelin) auf der anderen. GLP-1-Agonisten werden typischerweise einmal wöchentlich und langsam aufdosiert verabreicht, um gastrointestinale Nebenwirkungen zu begrenzen. GH-Sekretagoga werden hingegen oft in nüchternem Zustand und mit Abstand zu kohlenhydratreichen Mahlzeiten diskutiert, da Insulin und Glukose die GH-Ausschüttung dämpfen können.
| Peptid | Angestrebter Effekt | Übliche Frequenz (laut Community) | Zulassungsstatus |
|---|---|---|---|
| Semaglutid (GLP-1) | Appetitkontrolle, Kaloriendefizit | 1× wöchentlich | Zugelassen (verschreibungspflichtig) |
| CJC-1295 + Ipamorelin | GH-Ausschüttung, Lipolyse | Meist abends / nüchtern | Nicht zugelassen (Forschung) |
| Tesamorelin | Viszerales Fett | Täglich (laut Zulassungsstudien) | Zugelassen (enge Indikation) |
| AOD-9604 | Lipolyse (unbestätigt) | Variabel | Nicht als Arzneimittel zugelassen |
Beim Stacking gilt der Grundsatz, nicht mehrere Substanzen gleichzeitig neu einzuführen. Eine schrittweise Einführung erlaubt es, Verträglichkeit und Nebenwirkungen einzelnen Peptiden zuzuordnen. Eine populäre theoretische Kombination verbindet einen GLP-1-Agonisten zur Appetitkontrolle mit einem GH-Sekretagogum zum angestrebten Muskelschutz — allerdings ohne belastbare klinische Belege für den kombinierten Nutzen. Mehr zum methodischen Vorgehen lesen Sie in unserem Leitfaden zum Peptide-Stacking.
Für die praktische Organisation von Zyklen, Dosierungsintervallen und der Rekonstitution lyophilisierter Peptide kann ein strukturiertes Werkzeug helfen. Unser kostenloses Peptide Lab bietet einen Rekonstitutionsrechner und einen Tracker, mit dem sich Protokolle nachvollziehbar dokumentieren lassen — was gerade bei mehreren Substanzen die Sicherheit erhöht.
Wie lassen sich Timing, Ernährung und Training optimieren, um Katabolismus zu vermeiden?
Der wirksamste Schutz vor Muskelabbau während der Sèche ist keine Substanz, sondern die richtige Struktur aus Ernährung, Training und Regeneration. Peptide können diesen Rahmen bestenfalls ergänzen, niemals ersetzen. Wer den katabolen Zustand während eines Defizits minimieren will, sollte diese Basis konsequent umsetzen.
An erster Stelle steht die Proteinzufuhr. In einer Definitionsphase wird häufig eine erhöhte Zufuhr im Bereich von etwa 1,6 bis 2,2 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht diskutiert, verteilt auf mehrere Mahlzeiten über den Tag. Diese Verteilung hält die Muskelproteinsynthese aufrecht und liefert dem Körper die Bausteine, die er zum Erhalt der Muskulatur benötigt. Gerade unter appetitdämpfenden GLP-1-Agonisten kann das Erreichen dieser Menge eine bewusste Anstrengung erfordern.
Das Krafttraining ist der zweite unverzichtbare Reiz. Wer im Defizit sein Trainingsvolumen und die bewegten Gewichte weitgehend beibehält, signalisiert dem Körper, dass die Muskulatur weiterhin gebraucht wird. Ein starkes Reduzieren von Intensität oder Volumen ist einer der häufigsten Fehler und beschleunigt den Verlust an fettfreier Masse. Ausdauertraining kann das Defizit unterstützen, sollte das Krafttraining aber ergänzen und nicht verdrängen.
Beim Timing von GH-freisetzenden Peptiden spielt der Insulinspiegel eine Rolle. Da Glukose und Insulin die Wachstumshormon-Ausschüttung dämpfen, wird die Anwendung solcher Peptide in der Community oft in nüchternem Zustand oder abends vor dem Schlafengehen platziert — etwa 20 bis 30 Minuten vor kohlenhydratreichen Mahlzeiten. Der Schlaf selbst ist dabei ein zentraler, oft unterschätzter Faktor: Der größte physiologische GH-Puls tritt im Tiefschlaf auf, weshalb ausreichender und erholsamer Schlaf die hormonelle Grundlage für Fettabbau und Muskelerhalt bildet.
Schließlich empfiehlt sich ein moderates statt aggressives Defizit. Ein zu großes Kaloriendefizit beschleunigt zwar kurzfristig den Gewichtsverlust, erhöht aber den Anteil verlorener Muskelmasse und den hormonellen Stress. Ein moderateres Vorgehen über einen längeren Zeitraum schont die Muskulatur und ist meist nachhaltiger. Kein Peptid kann diese grundlegenden Prinzipien aushebeln.
Welche Risiken, Nebenwirkungen und rechtlichen Aspekte müssen Sie beachten?
Die hier besprochenen Peptide unterscheiden sich fundamental in ihrem Zulassungsstatus, und diese Unterscheidung ist für Sicherheit und Legalität entscheidend. Semaglutid ist als verschreibungspflichtiges Arzneimittel zugelassen; Tesamorelin verfügt über eine eng gefasste Zulassung. CJC-1295, Ipamorelin und AOD-9604 hingegen sind nicht für den menschlichen Gebrauch zugelassen und werden überwiegend als „nur für Forschungszwecke" gekennzeichnete Substanzen vertrieben.
Zu den Nebenwirkungen zählen bei GLP-1-Agonisten vor allem gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Verstopfung sowie in seltenen Fällen ernstere Ereignisse. GH-freisetzende Peptide können Wassereinlagerungen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Kribbeln in den Extremitäten sowie eine veränderte Glukosetoleranz verursachen. Der langfristige Einfluss einer chronisch erhöhten GH- und IGF-1-Aktivität auf das Zellwachstum ist nicht abschließend geklärt und mahnt zur Vorsicht.
Ein oft unterschätztes Risiko ist die Produktqualität. Auf dem Graumarkt vertriebene Forschungspeptide unterliegen keiner pharmazeutischen Qualitätskontrolle. Reinheit, Dosierungsgenauigkeit und Sterilität können erheblich schwanken, und Verunreinigungen sind ein reales Risiko. Dies ist einer der gewichtigsten Gründe, warum von einem eigenmächtigen Einsatz abzuraten ist.
Für Sportler ist zudem der Anti-Doping-Rahmen relevant. Wachstumshormon-Sekretagoga und GHRH-Analoga fallen unter die verbotenen Substanzen der WADA (Kategorie S2). Ihr Einsatz führt im organisierten Wettkampfsport zu Sanktionen. Der rechtliche Status variiert außerdem von Land zu Land — was in einer Jurisdiktion als Nahrungsergänzung gilt, kann anderswo als nicht zugelassenes Arzneimittel eingestuft sein.
Medizinischer Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient ausschließlich Bildungs- und Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Zahlreiche der genannten Peptide sind nicht von FDA oder EMA für den hier beschriebenen Zweck zugelassen. Konsultieren Sie vor jeder Anwendung eine qualifizierte medizinische Fachperson. Weitere Details finden Sie in unserem medizinischen Haftungsausschluss und in der Übersicht der besten Peptide.
Empfohlene Produkte
Forschungspeptide ausgewählt für Qualität und Reinheit:
GHK-Cu
Anti-Aging-Peptid
Testen Sie Ihr Wissen
Schnell-Quiz · 6 Fragen
Peptide Lab — kostenloser Rechner & Tracker
Berechnen Sie Ihre Rekonstitution, verfolgen Sie Peptide und Injektionen. Kostenlos, ohne Kreditkarte.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen einer Sèche und normalem Abnehmen?
Welches Peptid ist das beste für den Fettabbau in der Definitionsphase?
Kann Semaglutid während der Sèche zu Muskelverlust führen?
Ist AOD-9604 wirklich wirksam beim Fettabbau?
Warum werden CJC-1295 und Ipamorelin häufig zusammen verwendet?
Ist Tesamorelin für die Definitionsphase geeignet?
Wann sollten GH-freisetzende Peptide idealerweise angewendet werden?
Wie viel Protein sollte ich während der Sèche zu mir nehmen?
Sind diese Peptide für Wettkampfsportler erlaubt?
Sind Forschungspeptide sicher zu verwenden?
Quellen
- Wilding JPH, Batterham RL, Calanna S, et al. (2021). Once-Weekly Semaglutide in Adults with Overweight or Obesity (STEP 1). New England Journal of Medicine.
- Jastreboff AM, Aronne LJ, Ahmad NN, et al. (2022). Tirzepatide Once Weekly for the Treatment of Obesity (SURMOUNT-1). New England Journal of Medicine.
- Falutz J, Allas S, Blot K, et al. (2007). Metabolic effects of a growth hormone-releasing factor (tesamorelin) in patients with HIV-associated abdominal fat accumulation. New England Journal of Medicine.
- Heffernan MA, Thorburn AW, Fam B, et al. (2001). Increase of fat oxidation and weight loss in obese mice caused by chronic treatment with human growth hormone or a modified C-terminal fragment (AOD9604). International Journal of Obesity and Related Metabolic Disorders.
- Teichman SL, Neale A, Lawrence B, et al. (2006). Prolonged stimulation of growth hormone (GH) and insulin-like growth factor I secretion by CJC-1295, a long-acting analog of GH-releasing hormone, in healthy adults. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism.
- Raun K, Hansen BS, Johansen NL, et al. (1998). Ipamorelin, the first selective growth hormone secretagogue. European Journal of Endocrinology.
- Cava E, Yeat NC, Mittendorfer B. (2017). Preserving Healthy Muscle during Weight Loss. Advances in Nutrition.